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Doppelhaushalt 2027/2028 kommt jetzt in den Landtag

Für ein Sachsen
ohne Schulden.

Die Staatsregierung plant 1,4 Milliarden Euro neue Kredite im Doppelhaushalt 2027/2028. Wir sagen: Es geht auch ohne.

01Die Lage

Regierung legt Haushaltsvorschlag vor — der Landtag entscheidet.

Die Staatsregierung hat ihren Vorschlag für den Doppelhaushalt 2027/2028 vorgelegt — mit 1,4 Milliarden Euro neuen Schulden. Im Dezember 2026 entscheidet der Landtag. Die Junge Union Sachsen sagt: Das geht anders.

Die Deckungslücke von rund 2,3 Milliarden Euro schließt die Staatsregierung mit drei Bausteinen: Einsparungen, Rücklagen und neuen Krediten. Wesentliche Vorschläge aus unserem Einsparpapier sind eingeflossen. Am Ende stehen dennoch 1,4 Milliarden Euro neue Schulden.

Diese Schulden müssen über Jahrzehnte abgezahlt werden — von der Generation, die heute in Schule, Ausbildung oder Studium ist. Jeder Euro für Zinsen verdrängt künftige Mittel für Bildung, Sicherheit und Infrastruktur.

Wichtig zu wissen

Der Kabinettsbeschluss ist noch kein Gesetz. Der Regierungsentwurf folgt Ende Juni, die Landtags-Verabschiedung im Dezember 2026. Genau hier können wir noch nachbessern.

Wie konkret sich das auswirkt, zeigt die Zinslast des Freistaats: Nach Jahren der Entlastung steigt sie seit 2024 wieder. Ab 2028 übersteigen die Zinszahlungen 267 Mio. Euro pro Jahr — und in dieser Prognose sind die im April 2026 beschlossenen 1,4 Mrd. € neuen Kredite noch nicht enthalten. Die tatsächliche Zinslast wird höher ausfallen.

Sachsens Zinslast steigt deutlich an
Zinsausgaben des Freistaats Sachsen, Mio. Euro (Aktuell + Planung)
Zinsausgaben sind die Mittel, die der Freistaat jedes Jahr an Gläubiger zahlt — für bereits aufgenommene Kredite. 2023 waren das 41 Mio. €, bis 2028 steigen sie auf 267,6 Mio. € laut Mittelfristiger Finanzplanung 2025–2029. In dieser Zahl sind die im April 2026 beschlossenen 1,4 Mrd. € neuen Kredite noch nicht enthalten.
320240 160800 2016 · 190 Mio. € 2017 · 174 Mio. € 2018 · 159 Mio. € 2019 · 124 Mio. € 2020 · 76 Mio. € 2021 · 77 Mio. € 2022 · 50 Mio. € 2023 · 41 Mio. € — Tiefpunkt 2024 · 74 Mio. € 2025 · 105 Mio. € 2026 · 170 Mio. € (geplant) 2027 · 217,5 Mio. € (geplant) 2028 · 267,6 Mio. € (geplant) 190174 159124 76 77 50 41 74 105 170 218 268 20162017 20182019 20202021 20222023 20242025 ’26 ’27 ’28 Aktuell Geplant
Quelle: Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Mittelfristige Finanzplanung 2025–2029, Tabelle 2 (S. 8). Veröffentlicht September 2024 — ohne die im April 2026 beschlossenen 1,4 Mrd. € neuen Kredite.
02Warum dich das betrifft

Diese Schulden zahlen wir ab — über Jahrzehnte.

Zinsen — die unsichtbare Rechnung

So viel zahlt Sachsen an Zinsen — was hätten wir damit alles finanzieren können?

2023 41 Mio. € Tiefpunkt
2028 267,6 Mio. € Prognose MFP 2025–2029 · ohne 1,4 Mrd. neue Kredite

2028 zahlt Sachsen laut Mittelfristiger Finanzplanung voraussichtlich 267,6 Millionen € Zinsen pro Jahr — und diese Zahl berücksichtigt die jetzt geplanten 1,4 Mrd. € neuen Kredite noch nicht. Diese Mittel stehen nicht mehr für Investitionen in Bildung, Sicherheit oder Infrastruktur zur Verfügung. Zwei Größenordnungen zur Einordnung:

Rechnung: 267,6 Mio. € ÷ rund 75.000 € Personalvollkosten ≈ 3.570 Stellen. Vollkosten umfassen A 13-Besoldung Sachsen, Versorgungszuschlag, Beihilfe und Arbeitgeberanteile.

Quellen: destatis Bildungsfinanzbericht · A 13-Besoldungstabelle Sachsen · SMF MFP 2025–2029.
267,6 Mio. € ≈ 3.570 Lehrerstellen

Eine Jahres-Zinslast 2028 finanziert rund 3.570 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer — ein ganzes Jahr.

Quellen: Zinslast aus SMF, Mittelfristige Finanzplanung 2025–2029, Tab. 2 (S. 8). Carolabrücke: Stadt Dresden, Projektseite Carolabrücke + Fernwärmeleitung SachsenEnergie. Lehrergehalt: TV-L Tarifvertrag. Polizeigehalt: SMI Sachsen, Besoldung A 9 mittlerer Dienst.
03Unser Plan

Sparen statt Schulden.

43 belegte Maßnahmen gegen Neuverschuldung

Die Junge Union Sachsen hat 43 konkrete Einsparvorschläge erarbeitet — geordnet nach vier Handlungsfeldern. Das Einsparpapier zeigt: Ein Haushalt ohne neue Schulden ist möglich.

Einsparpapier herunterladen PDF · 18 Seiten · 43 Maßnahmen · alle Quellen verlinkt
8
beschlossen
im Kabinettsbeschluss vom 29. April 2026
3
in Prüfung
angekündigt oder im parlamentarischen Verfahren
32
offen
Hebel für Nachschärfungen bis Dezember 2026

Der Stellenplan rechnet seit Jahren mit mehr Personal, als tatsächlich beschäftigt wird. 411 Mio. € blieben 2023 ungenutzt — Geld, das im Haushalt veranschlagt, aber nicht ausgegeben wurde. Hier liegt der größte Hebel ohne Entlassungen.

✓ Beschlossen

Behördenbündelung

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) und das Landesamt für Geobasisinformation Sachsen (GeoSN) werden fusioniert. Ebenso Landesamt für Archäologie und Landesamt für Denkmalpflege. Beiräte und Beauftragte werden um ein Drittel reduziert.

! Bleibt offen

Rund 14.000 Stellen könnten bis 2040 abgebaut werden — durch Personalumbau, Nicht-Nachbesetzung und strukturelle Reformen

Die Regierung plant 8.773 Stellen — der demografische Wandel eröffnet einen größeren Korridor. Bis 2040 scheiden rund 40 % der Landesbeschäftigten altersbedingt aus. Über natürliche Fluktuation, Ruhestandseintritte und gezielte Nichtwiederbesetzung dort, wo Aufgaben wegfallen oder gebündelt werden, sind rund 14.000 Stellen erreichbar — ohne betriebsbedingte Kündigungen. Nicht jede Stelle ist sofort verzichtbar — etwa Schlüsselpositionen in der Verwaltung. Der Sächsische Rechnungshof dokumentiert aber bereits 7.339 ohnehin unbesetzte Stellen für 2023.

Alle 17 Maßnahmen im Personalkapitel
04Unsere Bilanz

Was wir gefordert haben — und wo es ankommt.

Eine Auswahl beschlossener Maßnahmen aus dem Kabinettsbeschluss vom 29. April 2026 — Beispiele aus 43 JU-Vorschlägen. Klick auf eine Karte für die Quelle.

05Mut zur Erinnerung

Wir haben es einmal geschafft. Wir können es wieder.

Der Schuldenstand erreichte im Jahr 2005 mit rund 12,2 Milliarden Euro seinen Höchststand, sank dann aber bis 2019 auf 2,8 Milliarden. Das entspricht einer Reduktion von rund 77 %.Quelle: Sächsischer Rechnungshof, Jahresbericht 2019, Beitrag Nr. 4, Tz. 20

Diesen Erfolg sollten wir nicht aufs Spiel setzen. Strukturreformen und Spardisziplin funktionieren. Sachsen hat bewiesen: Es geht.

Sachsen heute
Platz 2
zweitgeringste Pro-Kopf-Verschuldung aller Bundesländer (2024)
Pro-Kopf-Schulden (Kreditmarktschulden des Kernhaushalts)
1.482 €
Schulden je Einwohner – Bayern liegt bei 1.353 €
~ 12,2 Mrd. € 2005 · Höchststand ~ 2,8 Mrd. € 2019 · −77 % 1995 2005 2019
06Unsere Vision

Vom Nehmerland zum Geberland.

Sachsen kann sich finanziell selbst tragen — ohne Transfers, ohne neue Schulden. Hier ist der Weg dorthin.

Wo wir stehen
3,25 Mrd. €

Sachsen ist Nehmerland

2024 erhielt Sachsen 3,25 Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich — nach Berlin der zweitgrößte Empfänger. Inklusive aller Bundeszuschüsse waren es sogar rund 5 Milliarden Euro.

Schulden verschärfen diesen Zustand: Zinszahlungen verdrängen Investitionen, die Wirtschaftskraft wächst langsamer, der Abstand zu den Geberländern wächst.

Quelle: BMF, Monatsbericht April 2025 ↗
Wo wir hin wollen
Geberland

Eigenständig handlungsfähig

Ein Sachsen, das aus eigener Wirtschaftskraft Investitionen finanziert, in den Finanzausgleich einzahlt statt zu empfangen — und Spielraum für Bildung, Sicherheit und Infrastruktur behält.

Mehr eigene Kraft, weniger Abhängigkeit, keine neuen Schulden. Sachsen war schon einmal auf diesem Weg — und kann ihn wieder gehen.

Ziel der JU Sachsen für die kommende Generation
Was jetzt nötig ist
2,3 Mrd. €

Deckungslücke ohne Kredite schließen

Die Lücke im Doppelhaushalt 2027/2028 lässt sich durch Strukturreformen schließen — wir haben 43 belegte Maßnahmen vorgelegt. Wer Transfers erhält und gleichzeitig neue Schulden aufnimmt, kommt der Eigenständigkeit nicht näher — er entfernt sich davon.

Quelle: Kabinettsbeschluss 29.04.2026 ↗
Problem · Investitionsquote

Sachsen investiert weniger als nötig — und nimmt stattdessen neue Schulden auf.

Anteil der Investitionsausgaben am Gesamthaushalt laut Mittelfristiger Finanzplanung 2025–2029. Die Staatsregierung hat ein Investitionsquote-Ziel von 18 % gesetzt. Die JU Sachsen fordert dessen Einhaltung. Die Realität: bei rund 13-14 % — weit unter dem Regierungs-Ziel von 18 %. Während die Zinslast steigt, sinkt der Spielraum für Investitionen.

25 % 20 % 15 % 10 % 5 % 0 % REGIERUNGSZIEL · 18 % INVESTITIONEN ZINSEN 13,7 % 1,3 % 2025 2026 2027 2028 2029 2025 · Investitionen 13,3 % · Zinsen 0,4 % 2026 · Investitionen 12,6 % · Zinsen 0,7 % 2027 · Investitionen 14,5 % · Zinsen 0,9 % 2028 · Investitionen 14,4 % · Zinsen 1,1 % 2029 · Investitionen 13,7 % · Zinsen 1,3 %
Was bedeutet das?

Investitionen heute sind die Wirtschaftskraft von morgen — wer jetzt in Innovation und Infrastruktur investiert, schafft die Steuerbasis künftiger Generationen. Die Staatsregierung hat ein Investitionsquote-Ziel von 18 % gesetzt. Die JU Sachsen fordert dessen Einhaltung. Aktuell liegt Sachsen nur bei rund 13-14 %. Gleichzeitig fließt immer mehr Geld in Zinszahlungen. Solange Zinsen Investitionen verdrängen, bleibt Sachsen abhängig von anderen Bundesländern.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Mittelfristige Finanzplanung 2025–2029. Beide Werte als Anteil am Gesamthaushalt (≈ 24 Mrd. €/Jahr). Diese Prognose berücksichtigt die 1,4 Mrd. neue Kredite aus dem Kabinettsbeschluss vom 29. April 2026 noch nicht.

07Was wann passiert

Der Fahrplan zum Doppelhaushalt 2027/2028.

August 2025

Auftaktklausur — Rahmen festgelegt

Nov./Dez. 2025

Eckwerteklausur — Deckungskonzept skizziert

Februar 2026

Deckungslücke konkretisiert: 2,3 Mrd. €

29. April 2026

Kabinettsbeschluss: 1,4 Mrd. neue Schulden

5.–7. Mai 2026

Frühjahrs-Steuerschätzung — Datenbasis für Sachsens Hochrechnung

Anfang Juni 2026

Klausur: Verteilung auf Einzelpläne

→ Wir stehen hier. Jetzt werden Prioritäten gesetzt.

Ende Juni / Anfang Juli 2026

Regierungsentwurf an den Landtag

Herbst 2026

Lesungen, Ausschüsse, Änderungsanträge

Hier zählt öffentlicher Druck.

Dezember 2026

Schlussabstimmung im Landtag (erwartet)

08Wer wir sind

Der Landesvorstand der JU Sachsen.

Wir tragen diese Kampagne. Gewählt am 47. Landestag in Chemnitz, 21. Juni 2025.

Landesvorstand der Jungen Union Sachsen — 47. Landestag Chemnitz 2025
Landesvorstand JU Sachsen & Niederschlesien 47. Landestag · Chemnitz · 21. Juni 2025
09So kannst du mitmachen

Dezember 2026: Der Landtag entscheidet. Jetzt zählt der Druck.

Der Regierungsentwurf folgt im Juni, die Verabschiedung im Sächsischen Landtag voraussichtlich im Dezember 2026. In diesen Monaten können wir am meisten erreichen — wer jetzt Druck macht, kann den Haushalt noch beeinflussen.

Entscheidung im Landtag Dezember 2026
01 Mitglied werdenBring jetzt deine Stimme in die JU Sachsen ein — und damit in CDU-Fraktion und Landtag. 02 Kampagne unterstützenSpenden finanzieren Recherche, Druck und Reichweite dieser Initiative. 03 MdL direkt ansprechenAbgeordnete entscheiden im Herbst — ein konkreter Hinweis aus dem Wahlkreis hat Gewicht.
Wahlkreis-Finder · Region wählen
Hinweis: Die Zuordnung erfolgt nach Landkreis bzw. kreisfreier Stadt. Für Regionen ohne CDU-Direktmandat (Erzgebirgskreis, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) werden die regional verankerten CDU-Listen-MdLs angezeigt. Quelle: CDU-Fraktion Sachsen · Sächsischer Landtag.